Finanzlexikon Buchstabe J

Jahresfinanzbericht (annual financial report): Gesetzliche Vorschrift nach § 37 WpHG für inländische Emittenten, für den Schluss eines jeden Geschäftsjahrs im Gesetz genau vorgeschriebene Angaben in einem Bericht zu erstellen und spätestens vier Monate nach Ablauf eines jeden Geschäftsjahrs der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich hat der Emittent bekanntzugeben, ab welchem Zeitpunkt und unter welcher Internet-Adresse (URL) diese Angaben öffentlich zugänglich sind – siehe Finanzbericht.

Joint Venture (so auch im Deutschen gesagt; seltener mit Gemeinschaftsunternehmen übersetzt): Wenn nicht anders definiert, auf dem Finanzmarkt das (meist vorübergehende, projektbezogene) Zusammengehen mehrerer Finanzdienstleister, um gemeinsam und nach festgelegten Anteilen eine Investition zu finanzieren. Siehe Allianzen, grenzüberschreitende, Lead Investor.

Junk-Bonds (junk bonds; high-yield bonds; cats and dogs): Hochriskante Anleihen von Unternehmen mit zweifelhafter Zahlungsfähigkeit; sie haben mit anderen Worten ein schlechtes Rating. Es besteht ein hohes Ausfall-Risiko, gleichzeitig wird jedoch eine ungewöhnlich hohe Verzinsung in Aussicht gestellt. Mit solchen Junk-Bonds (junk = Schrott, Ramsch) wurden in den USA früher häufig Firmenübernahmen finanziert.

Die Anleger hofften auf eine wirtschaftliche Erholung des Unternehmens und somit auf eine weit überdurchschnittliche Rendite. Vielfach wird auch heute die Meinung vertreten, gerade die Chance auf eine dermassen hohe Rendite (Zitterprämie; trembling premium) kompensiere das ebenfalls überdurchschnittlich hohe Risiko solcher Junk-Bonds. Siehe Dampfstube, Dingo-Werte, Geheimtip, Glamour Stocks, Katastrophen-Anleihen, Penny-Stocks, Pump and Dump, Pyramide, Rekonstruktion, Terror-Papiere, Zitronenhandel, Zitterprämie. Vgl. Jahresbericht 2003 der BaFin, S. 125 f.