Finanzlexikon Buchstabe C

Card Validation [daneben auch: Verification] Code, CVC2 [CVV2] (so auch im Deutschen gesagt): Eine auf Kreditkarten aufgedruckte oder eingeprägte Prüfnummer. Sie hat den Zweck, die Nutzung gefälschter und gestohlener Kreditkarten einzuschränken. Das kann man dadurch, weil sich anhand der Prüfnummer (durch den Ausgeber der Karte) feststellen lässt, ob die Kreditkarte nachgemacht oder gesperrt ist. – Siehe Ablehnung, Card Validation Code, Chipkarte, Geldautomaten-Sperre, Geld, elektronisches, Geldkarte, Karte, multifunktionale, Pay-Green-Initiative, Pay per Touch, Prozessor. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Cash Accounting (ebenso im Deutschen; manchmal auch Actual Receipts Method): Die Erfassung aller Geschäftsvorfälle geschieht zum Zeitpunkt der Zahlung, und die Gutschrift bzw. Belastung erfolgt in der Rechnungsperiode, in welcher die Zahlung einging. Siehe Accrual-Prinzip, Ausschüttungs-Prinzip, Bewertbarkeit, Erfassung, Zinsänderungsvorbehalt. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom März 2005, S. 34 f. (S. 35 Übersicht der Auswirkung der jeweiligen Berechnungsart auf die Zahlungsbilanz). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Cash Electronic Data Interchange, CashEDI: Ein von der Deutschen Bundesbank 2007 eingeführtes Verfahren zum elektronischen Austausch von Daten im Rahmen des Bargeldverkehrs. Es umfasst die Einreichung von Einzahlungs-Avisen und die Bargeldbestellung bei der Bundesbank. Vgl. Geschäftsbericht 2007 der Deutschen Bundesbank, S. 107. Quellenangabe:Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Chipkarte (chip card, IC [= integrated circuit] card, smart card): Einen Chip (dünnes Halbleiterplättchen, meist aus einer Silizium-Kristallscheibe [Wafer] bestehend, auf dem sich eine integrierte Schaltung oder ein System integrierter Schaltkreise (integrated circuits) mit mikroelektronischen Bau- und Schaltelementen befinden) enthaltende und damit programmierbare Kunststoffkarte für den E-Geld-Verkehr sowie auch für die Bedienung von Zugangskontrollsystemen oder als Versichertenkarte. Als Substitut für Bargeld von Bedeutung, da die Chipkarte aufgeladen (reloaded) und durch Kartenleser (card reader) zur Bezahlung verwendet werden kann.

Eine den Verkehr mit Chipkarten belastende Schwierigkeit bleibt das Einschleusen gefälschter und verfälschter Stücke. Siehe Ablehnung, Card Validation Code, Computerzahlung, Counterfeit Card, EMV-Richtschnur, Fälschungssicherung, Geld, elektronisches, Geldautomaten-Sperre, Geldbörse, elektronische, Geldkarte, Interoptabilität, Karteneinsatzdatei, Kreditkarte, Netzgeldgeschäft, Pay-Green-Initiative, Pay per Touch, Radio Frequency Identification, Rahmenwerk für das Europäische Kartengeschäft, Skimming, Smartkarte, Ticketing, elektronisches, Zahlungskarte. Vgl.Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2006, S. 93 ff. (derzeitiger Stand bei Chipkarten; künftige Entwicklung; wichtige Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Commerzbank: Diese 1870 gegründete zweitgrösste deutsche Grossbank (nach der Deutschen Bank) kam im Zuge der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise ins Schlittern. Sie musste im Januar 2009 vom Staat gerettet werden. – Siehe Bailout, Bank, systemische, Bankenrettungsgesetz, Banktestament, First-Mover-Bonus, Moral Hazard, Notfallfonds für Krisenbanken, Too big to fail-Grundsatz. – Vgl. Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 18 (Einzelheiten der Teilverstaatlichung). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Community Card (so auch im Deutschen gesagt, seltener gemeinschaftliche Warenverkehrskarte): Im Handel eine zentrale Kundenkarte, die von mehreren Partnern sich ergänzender Konsumbereiche herausgegeben wird, und die in der Regel verschiedene Funktionen (wie z. B. Bonus- und Kreditfunktion) bündelt. Durch Erweiterung ihrer Gebrauchsmöglichkeiten (etwa als Telephonkarte) versucht man, die Attraktivität der in Deutschland bis anhin noch wenig verbreiteten Community Cards schrittweise zu erhöhen. Ein Problem (an unresolved issue) bleibt dabei das Einschleusen von gefälschten Karten. Siehe Auszahlung, Cobranding-Karte, Computerzahlung, Counterfeit Card, Chipkarte, Geld, elektronisches, Karte, multifunktionale, Kreditkartenfiasko, Netzgeldgeschäft, Pay-Green-Initiative, Skimming, Sparbuch, Ticketing, electronic. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.


Clearing-Haus, automatisches (Automated Clearing-House, ACH): Abwicklungssystem für das Interbankenclearing (= a set of procedures whereby financial institutions present and exchange data and/or documents relating to funds or securities transfers to other financial institutions at a single location), von der Euro Banking Association (EBA) eingerichtet. Siehe Abwicklung, vollautomatische, Business Continuity Programme, Close-out, European Payments Council, Kapitaltransfersystem, elektronisches, Massenzahlungsverkehr, elektronischer. Vgl. Jahresbericht 2003 der EZB, S. 130 ff. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Cobranding-Karte (cobranding card): Von einer Bank gemeinsam mit einem Unternehmen aus dem Nichtbankenbereich herausgegebene Karte, um das Kundenpotential beider Partner auszuschöpfen. Siehe Branding, Community-Card, Concession Shop, Cross-Selling-Potential, Kreditkartenfiasko, Pay-Green-Initiative, Kundenkarte, zentrale, Sponsor. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Controlling, finanzielles (financial controlling): Die mittelfristigeFinanzplanung (Budgetierung) und das Liquiditätsmanagement allgemein bzw. in einer Bank. Bankdienstleistung, bei der von Fachkräften der Bank selbst oder ihr nahestehender Dienstleistungszentren die Finanzplanung und das Liquiditätsmanagement für kleinere und mittlere Unternehmen gegen Bezahlung übernommen wird. Siehe Cash-Management, Consulting. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Counterfeit Card (so auch im Deutschen gesagt): Eine unechte Geldkarte, die nicht von der Karten ausgebenden Bank in Umlauf gebracht, sondern von Fälscherwerkstätten (derzeit vor allem in Asien) hergestellt wurde. Die Falsifikate sind seit etwa 2000 so ausgereift, dass sie selbst von Experten erst nach aufwendiger Prüfung als nachgemachte Karte sicher zu erkennen sind, und im täglichen Verkehr als Fälschung nur selten auffallen. Eine zwar von einem rechtmässigen Ausgeber in Verkehr gebrachte Geldkarte, die aber durch Umcodierung (code conversion) verfälscht wurde. Siehe Ablehnung, Blind Pool, Brücke-Abneysches Phänomen, Card Validation Code, Computerzahlung, Einziehung, Enabler, Geld, böses, Konto, falsches, Phishing, Prozessor, Racheengel, Schattenbankbereich, Skimming, Underground Banking, Winkelmakler. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Cross-Selling-Potential (so auch im Deutschen gesagt): Die Möglichkeit, eine bestehende Kundenbeziehung (einer Bank) für andere Anbieter (in erster Linie: Bausparkassen, Versicherungen) zu nutzen. Siehe Branding, Cobranding-Karte, Concession Shop, Geldkarte, Gigabank, Kundenkarte, zentrale, Sponsor. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom April 2005, S. 46 f. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Crash (so auch im Deutschen gesagt; im britischen Englischen manchmal auch Collapse): Unerwarteter Kurseinbruch auf einem Markt (und zwar im Gleichlauf zwischen den einzelnen Gegenständen auf diesem Teilmarkt), besonders im Finanzmarkt und hier wiederum auf dem Aktienmarkt. So verloren im Frühjahr 2000 (Herbst 1987) deutsche Aktien innert weniger Monate fast 50 (35) Prozent ihres Wertes. Der Zusammenbruch eines einzelnen (grossen) Unternehmens auf dem Finanzmarkt. Die (plötzlich und gleichzeitig auftretende) Insolvenz mehrerer bedeutender Unternehmen in einem Land. Der (weltweite) Unterbruch des Waren- und Zahlungsverkehrs aufgrund besonderer Vorkommnisse (Terror-Akte, Krieg, Natur-Katastrophen).

Siehe Aktienblase, Baisse, Bankenrettung, umgekehrte, Bankenrettungsgesetz, Banken-Triage, Bankrott, Börsenkrach, Dotcom-Blase, Finanzmarkt-Stress, Friedhof-Markt, Fünfhunderteuro-Schein, Gigabank, Grossbankenbonus, Hypo Real Estate-Rettung, IndyMac-Pleite, Londoner Verfahren, Northern Rock-Debakel, Preisänderungen, gleichlaufende, Risikokapital, Risikotragfähigkeit, Rückschlag-Effekt, Spekulationsblase, Schock-Bewältigung, monetäre, Schwarzer Freitag, Subprime-Krise, Szenarien, aussergewöhnliche, Stress-Test, Terror-Schock, Tulpencrash. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Credit Crunch (so auch im Deutschen gesagt; crunch = hier: disjunction, separation): Die Tatsache, dass bestimmte Unternehmen oder Branchen von der Kreditversorgung durch die Banken abgeschnitten werden. Der Begriff fand in Zusammenhang mit Basel-II Ver­breitung, und hier vor allem bezogen auf den Mittelstand. Siehe Kreditklemme. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.